Am 23. Juli 2007 wäre Theo van Gogh 50 Jahre alt geworden, hätte nicht jemand beschlossen, sein Leben frühzeitig auszulöschen. Mit seiner Person befaßt sich mein Beitrag THEO VAN GOGH – REGISSEUR UND ENFANT TERRIBLE, mit seinem Urgroßvater und Urgroßonkel mein Beitrag THEO & VINCENT.

Theo van Gogh’s Ermordung durch einen radikalen Islamisten mit Verbindungen zu Terrorgruppen ist ein modernes Phänomen mit eindeutigem Bezug zu einem der größten Gegenwartsprobleme, die zur Zeit der Vorväter dieses unbequemen und unangepaßten Regisseurs und Kolumnisten unbekannt waren.

Möchte man meinen. Und dennoch! Werfen wir versuchsweise einen Blick nicht nur auf Theodorus, genannt Theo van Gogh’s, des Cineasten (geb. 1957) Horoskop, sondern auch auf jenes seines Urgroßvaters, des Kunsthändlers Theodorus, ebenfalls Theo genannt (geb.1857) und Bruder des unsterblichen Vincent van Gogh.

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Theodorus van Gogh (Regisseur), geb. 23.7.1957, Den Haag, Niederlande

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Theodorus van Gogh (Kunsthändler), geb. 1.5.1857, Zundert, Niederlande

Im Vergleich der beiden „Theos“ kommt man nicht umhin, das große Stellium (Konjunktion mehrerer Planeten) zu bemerken, das beide Geburtsbilder dominiert, und das in beiden Horoskopen in ganz unwahrscheinlicher Weise aus denselben Planeten zusammengesetzt ist, nämlich aus Sonne – Pluto – Mars – Venus – Merkur – Uranus. Beim 1857 geborenen Kunsthändler und jüngeren Bruder Vincent van Goghs findet es sich im Stier, beim 1957 geborenen Regisseur liegt es im Löwen. Beide Stellien bilden also ein Quadrat in den fixen Zeichen.

Derselbe Name hundert Jahre später, gepaart mit der völlig unwahrscheinlichen Übereinstimmung eines Stelliums derselben sechs Planeten läßt den Verdacht aufkommen, daß es Familiendämonen waren, die den Urenkel heimsuchten. Selbst die Hauptachsen der Geburtsbilder sind einander über die Trennung durch hundert Jahre hinweg Spiegelbild.

Wir kennen einiges aus der Bedeutung dieser Planetenkonstellation aus Theodorus, des Älteren Horoskop (siehe den Beitrag THEO & VINCENT).

Bei der Auslösung des Pluto und nachfolgend der Sonne innerhalb dieses Stelliums in Theodorus Horoskop tötete sich Vincent zuerst selbst, Theodorus verfiel in Depressionen und manische Exaltiertheit und starb einige Monate später ebenfalls.

Die Wiederkehr von Gewalt in nachfolgenden Generationen legt das Auftauchen der verdrängten Inhalte der Zeit nahe. Geschehnisse von Gewalt werden selten inhaltlich bereinigt, sondern spinnen sich in aller Regel fort, bis das Verdrängte wieder ein Zeitfenster findet, in welchem die Fügung bereit ist, ihm zur Erscheinung zu verhelfen. Das bedeutet regelmäßig, daß zwischenzeitliche Chancen zur inhaltlichen Bereinigung nicht wahrgenommen wurden. Die ausgeschlossenen und ungeschehenen Gestalten der Zeit, die niemals ins Leben kamen, bahnen sich als Erscheinung des Verdrängten, als das Böse somit, einen Weg in die Erscheinung. Was sind Dämonen im übertragenen wie im wörtlichen Sinne anderes als verdrängte Gestaltinhalte der Zeit. Die ursprüngliche Bedeutung des griechischen „Daimon“ bezeichnet nichts anderes als eben jene Gestalten des Schicksals.

Aus Wikipedia: „Ursprünglich stammt das Wort vom griechischen daimon ab und heißt wörtlich übersetzt „Schutzgeist“ oder „Schutzengel“. Das Wort daimon wiederum leitet sich vom griechischen daimonion ab, das „Schicksal“ oder „Gewissen”, das den Menschen jederzeit unsichtbar begleitet. Einige meinen, erst im Lauf des Mittelalters wurde das Wort Dämon bzw. das damit verbundene Wesen ins Negative gestellt.“

Wenn man nun die Neigung von Dämonen kennt, sich vorzugsweise in rhythmischen Auslösungen wieder in Erscheinung und Erinnerung zu bringen, so sind wir gehalten, die rhythmische Dynamik der Erscheinung Theodorus van Goghs des Älteren näher zu untersuchen. Dafür stehen Septare zur Verfügung:

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Theodorus van Gogh, geb. 1.5.1857, Zundert, Niederlande, 22.Septar 7er Rhythmus 2004-2011

Fügungsrhythmus: Auslösung des Uranus:

Im Fügungsrhythmus löst sich zum Zeitpunkt der Ermordung Theo van Goghs am 2.11.2004 Uranus aus. Als Teil des ursprünglichen Planetenstelliums kennzeichnete er im Horoskop von Theodorus dem Älteren den fehlenden Ursprung der ungewordenen Gestaltprinzipien seines Neptuns in 12, die er mit seinem Saturn in Haus 4 zu erschaffen gehabt hätte. Er hatte diesen Uranus funktional gemacht, indem er fremde Ursprünge als Exotisches, Neues (wir erinnern uns an den damals noch ganz frischen Impressionismus) an die Herde lieferte und sie dort als Bestand des Verdrängten an das Kollektiv verkaufte und damit neutralisierte.

Im Septar nun hebt Uranus als Herrscher von 11, damit als Herrscher des „Nicht-Geschöpften“ im 5. Haus Leben auf. Der Uranus-Merkur entspricht hier einerseits den Schüssen (als Diagonale des Saturn-Uranus), andererseits der Umstrittenheit der Person des ermordeten Theo van Gogh. Die Herrscher des 4. und 5. Hauses, Mond und Sonne finden sich im 12. Haus und bestätigen die Aufhebung von Leben. Die Achse von 28 Krebs und Steinbock bezeichnet die gewalttätige Zerstörung von Leben als Erscheinung des Verdrängten.

Merkur-Pluto im 12. Haus unter der Herrschaft des Mars in 2 ist der körperliche Angriff aus dem Nichts, in der Bedeutung des Attentats auch ein Angriff auf die Gemeinschaft dieses Reviers. Es ist das Verdrängte im Unbewußten, das hier zur Erscheinung wird. Entsprechend dem Merkur-Pluto findet das unerlöste Ungeschehene hier durch den zeitgemßen islamistischen Terror seinen Weg in die Erscheinung über den ideologischen Zwang der Identitätslosen in ihrer Unterlegenheitserfahrung. Der Verlust von Herkunftsidentität (Mond als Lücke von Me-Pl) durch Kolonisation und Kulturverlust spiegelt sich in dieser Hauptkonstellation des islamistischen Terrors, wobei der Stier sogar den Islam näher beeichnet. Mit diesem verbindet sich der Familiendämon. Pluto in 12 ist das ungreifbar gewordene Verdrängte des Urgroßvaters, dessen Persona (Pluto-Sonne in 1) bereits unter seinem Bann stand. Durch die Generationen ist er nahezu unklärbar geworden und will nun zurück in die Erscheinung.

Als Mars-Venus erinnert uns der Mars daran, daß sich die Brüder Theo und Vincent diese Konstellation ebenfalls geteilt hatten. Wie bei Vincent wird sie auch im Septar Theos zum konkreten Schnitt ins Gewebe, nunmehr bei Theos ermordetem Urenkel. Nachdem dieser durch mehrere Schüsse getötet worden war, schnitt ihm der Täter die Kehle durch und heftete ein mehrseitiges Schreiben mit einem Messer an seine Brust. Dieser Overkill entspricht wohl dem blinden Hass des Mars-Saturn in diesem Bild.

Pluto-Neptun entspricht dabei dem Motiv der Ideologie von Reinheit, das wir bereits vom Nationalsozialismus, wie von so vielen Sektengründern kennen.
Der Neptun, der in dieser Begleitung auf den Uranus trifft, spricht sicherlich von der Schrecklähme des Moments.

Sonne-Neptun informiert über eine geheime Konkurrenz. Da dieser Sonne-Neptun(-Uranus-Pluto) auch im Horoskop des Ermordeten zu finden ist, dürfte die Konkurrenzsituation eine wichtige Rolle gespielt haben. Wir wissen nicht, wie diese sich im Leben von Theo gezeigt hat, aber immerhin ist die Konstellation im Septar eine Spätfolge, die auf das Leben seines Urgroßvaters Theodorus zurückgeht, bei dem sie in ihrer chronischen Form des Pluto-Sonne vorlag. Die Konkurrenz zum Vater scheint in dieser Familie erblich zu sein. Und Theodorus hatte deren Auswirkung seinerzeit erfolgreich auf Vincent übertragen. Dem Horoskop des Urgroßvaters zufolge hat diese Konkurrenz zum Vater (dem Priester) seine Bereitschaft zur Unterwerfung unter die Vorstellungen des Kollektivs, wie sie im Beitrag THEO & VINCENT als Mars-Pluto-Venus beschrieben ist, gefördert. Die ersten Überträger der Fremdinformation des Kollektivs sind fast immer in der Familie zu finden.

Phänomensrhythmus: Auslösung des Pluto

Im Phänomensrhythmus löst sich beim Gang durch das 1. Haus Pluto aus, als Teil der eben beschriebenen Struktur. Zu diesem Zeitpunkt kommt also das Verdrängte als Angriff auf die konkrete Figuration des Lebens in die Erscheinung, so legt es der Verbund fest. Wie im Radix des Urgroßvaters steht im Septar der Neptun in 12 und der Mars in 2.

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Theodorus van Gogh, geb. 1.5.1857, Zundert, Niederlande, 15.Septar 10er Rhythmus 1997-2007

Bei diesem Septar trifft man zum Zeitpunkt der Ermordung Theo van Goghs exakt auf die MC-IC Achse! Die angetroffenen GSP sind Merkur-Uranus Grade und entsprechen der Auslösung des Uranus(-Merkur) im Siebener-Septar. Wie diese sprechen sie einerseits von den Schüssen des Ereignisses, wie von der Umstrittenheit des Ermordeten.

Fügungsrhythmus: Auslösung des Mondes:

Es ist ein Mars-Saturn-Mond, der sich hier auslöst. Der Mond als Herrscher von Haus 11 transportiert einen „beleidigten“ Uranus, als Neptun-Uranus die Schrecklähme durch einen Einbruch des Zeitlosen, in das 2. Haus der körperliche Erscheinung.
Ein Ausgestoßener der Gesellschaft, der Islamist, gibt seine Ausstoßung weiter. Bei Theo van Gogh trifft er auf einen alten Familiendämon. Schon sein Urgroßvater und Vincent standen unter dieser Konstellation, und Vincent war es gewesen, der sie für beide ein Leben lang ob seines Erschaffens willen erdulden mußte. Auch hier steht der Mars-Mond wiederum in inhaltlichem Zusammenhang mit einem erschaffenden Saturn, wie ehemals beim Urgroßvater, der seinen Saturn in 4 verleugnete, um der Ausstoßung des Mars-Mond zu entgehen.

Phänomensrhythmus: Auslösung des Mondknotens

Über den Mondknoten wird dieselbe Konstellation ausgelöst. Durch seine Vermittlung besteht darüber hinaus eine Aspektverbindung des Mond-Mars zum Neptun. Somit ist als Ausgangsposition des Mond-Mars auch Mond-Neptun präsent, ebenso wie des Urgroßvaters ursrpüngliche Problematik des verweigerten erschaffenden Saturn-Neptun.

ZUSAMMENFASSEND

stellt sich die Situation also so dar, daß der Urenkel von Theodorus hier eine „Schuld“ an den Himmel begleichen mußte, die seine Vorfahren aufgebaut hatten. Sie kam AN ihm in die Erscheinung. Sie ist weder persönlich noch kann sie moralisch erfaßt werden. Das Ungeschehene findet schließlich einen Weg, doch noch ins Leben zu kommen. Da es nicht als Wachstum durch eine von Bewußtsein und gestalthafter Weltbegegnung befruchtete Seele erlebt werden kann, tritt es als Information über dieses Fehlen ins Geschehen ein und hebt nur zu oft Leben und dazugehörige Erscheinung auf. Diese Zerstörung ist dann folgerichtiger Ausdruck des Ungeschehenen, dessen Erscheinungsenergie entsprechend der Zeitqualität in ihren Rhythmen vorangegangener Geschehnisse in der Gegenwart abgerufen wird. Erscheinungsenergie ohne zugehörige Gestalt der Zeit ist Aufhebung von Raum und Form.

Was war nun so furchtbar am nicht gelebten Schaffenspotential eines Theodorus van Gogh, seines Zeichens Kunsthändler? Verleugnen nicht viele Menschen ihre Kreativität?

Theodorus hatte das „Pech“, als reale Person zur Erscheinung von etwaigem Ungelebten zu werden. Seine Pluto-Sonne in Haus 1 ließ keine Wahl. Ungeschehenes wurde an ihm zur Erscheinung der Verneinung der Zeit in ihrer Gestalt des Lebens. Zu Lebzeiten seines Bruders Vincent konnte Theodorus dieses Schicksal auf Vincent übertragen, doch nach seines Bruders Tod ereilte es ihn selbst. Vom Moment der zerstörerischen gewaltsamen Entladung an ist das Ungeschehene und Verdrängte noch schwerer lösbar. Es ist kryptisch und verschlüsselt, und nur sehr selten gelingt es nach solchen Gewalteruptionen des Verdrängten noch, die inhaltliche Bedeutung eines solchen verborgenen, sich in Zeit und Personen vervielfältigenden Programms zu entziffern und zu erlösen.

Theodorus Sonne-Pluto weist jedoch noch weiter in die Vergangenheit. Der Vater beider war Priester und hieß ebenfalls Theodorus. Der Name bedeutet „Geschenk Gottes“ und scheint in der Familie immer wieder auf. Der Name Theodorus und der Priesterberuf, den ja auch Vincent zeitweise anstrebte, signalisieren, daß die Verbindlichkeit dem Himmel gegenüber schon damals ein zentrales Familienthema gewesen zu sein scheint. Die Verbundslage im Horoskop beider Brüder bestätigt dies ja eindrucksvoll. Es ist wohl nicht abwegig, diesen Namen nicht nur auf die Person als Geschenk Gottes zu beziehen, sondern auch auf die „Geschenke“ Gottes an die Person, ihre Gaben, ihre Talente. Sonne-Pluto zeigt nun an, daß diese Chance und Aufforderung, Träger himmlischer Prinzipien zu werden, eine Ideologisierung erfahren haben mußte, in der die Vorstellung über das Leben dominiert, und damit gerade das Prinzip (Neptun) der fließenden Gestalt der Zeit aus Bewußtsein und Wahrnehmung ausschließt. Die Götter vergeben es nicht, wenn man die Geschenke Gottes, die vom Himmel verliehenen Talente, brach liegen läßt und dadurch die Weltenfügung stört. Je höher der Anspruch, desto größer die Herausforderung, desto höher auch der Preis der subjektive Not des Erschaffenden und desto dramatischer der Fall bei Verleugnung des Potentials. Schöpferisch-erschaffende Strukturen, wie sie in dieser Familie so reichlich gegeben wurden, nicht zu leben, stellt wohl eine Sünde wider den Heiligen Geist (Uranus) dar. Und die werden ja bekanntlich nicht vergeben, auch wenn und gerade weil der Himmel keine Moral kennt.

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