Astrologie? Sicherlich, sie verwendet Tierkreis und Planeten in deren Eigenschaft als Große Uhr der Zeitqualität. Sie dienen ihr als Anzeige der stets einzigartigen Beschaffenheit der Gestalt der Zeit. Sie beobachtet sie als Repräsentanten von Prinzipen, Urqualitäten, aus denen die Welt gefügt ist und die sie unbestechlich anzeigen in ihrem Lauf durch Zeit und Raum. Neben dieser Grundlage hat die Rhythmenlehre allerdings wenig mit dem gemein, was unter Astrologie allgemein verstanden wird. Planeten und Tierkreis sind ihr sozusagen nur ein Spezialfall der Prinzipien, die dahinter stehen. Dieser Spezialfall erlaubt jedoch einen „Blick hinter die Kulissen“ der kontinuierlichen Weltschöpfung. Ein geniales Fenster für den, der zu deuten weiß.

Eine Philosophie? Auf jeden Fall. Allerdings keine universitäre, dem Himmel sei Dank! Eine wirkliche Philosophie, nicht entkleidet aller Gestalthaftigkeit und Sinnhaftigkeit als Trockenfutter für Gehirne, die zwar logisch zu denken vermögen, jedoch die Wirklichkeiten der Seele ausblenden und somit billige Logikkonstrukte bar jeden Geistes bilden, vor denen es jeden gesund empfindenden Menschen nur grausen kann, sei er noch so intelligent. Nein, Philosophie in dem Sinne, daß sie die Welt erklärt, auch dem in ihr lebenden Menschen in seinem individuellen Dasein.

Eine Religion? Nicht wirklich. Aus der Philosophie ergibt sich ein Verständnis von Himmel und Erde. Insofern ja. Dieses Verständnis macht zu einer bestimmten Haltung des Subjekts gegenüber dem Himmel geneigt, insofern ebenfalls ja. In jeder anderen Beziehung, nein.

Eine Soziologie, eine Seelenkunde, praktische Lebenshilfe? Alles ja und alles nein. Nur im Nebeneffekt als Erkenntnisse, die sich aus dem Verständnis der Welt ergeben.

Entstehung und Anwendung

Die Münchner Rhythmenlehre ist ein komplexes astrologisches Deutungssystem, das von Wolfgang Döbereiner in den 50er-Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt und von ihm seitdem beständig weiter ausgestaltet wurde. Es beinhaltet nicht nur ein Set von Techniken und Deutungswegen, sondern auch Inhalte, die sich aus dieser speziellen Betrachtungsweise des Tierkreises ergeben.

Eine solche Betrachtung eröffnet die Möglichkeit, die creatio continua, den kontinuierlichen Schöpfungs- und Fügungslauf in die Zeit und ihr Geschehen, auch in ihrem Verhältnis zur creatio ex nihilo, zu verstehen und zu verinnerlichen. Die Inhalte der astrologischen Konstellationen ergeben sich aus diesem grundlegenden Tierkreisverständnis. Wenn das System der Rhythmenlehre der Abbildung der Wirklichkeit sehr, sehr nahe kommt, was es meines Erachtens tut, dann sind an die Konstellationen gewisse Inhalte gebunden, die nicht willkürlich von ihnen getrennt werden können. Zusammenhänge grundlegender Prinzipien können zwar von Menschen entdeckt aber nicht verändert oder beliebig neu- oder umdefiniert werden. Es kann nur darum gehen, ein immer umfassenderes und vertieftes Verständnis von ihnen zu erlangen, auch wenn man weiß, daß dieses nie vollständig sein wird. Das geschieht in einem Leben Bewußtsein stiftender Begegnung mit der Gestalt der Zeit der Gegenwart, auch Schicksal genannt, und – wenn einem das begreifende und verstehende Nachvollziehen von Inhalten Freude bereitet – auch bei der Deutung von Horoskopen.

Die Deutungen in den Beiträgen

Die astrologischen Deutungen auf diesen Seiten folgen im wesentlichen dem System der Münchner Rhythmenlehre, auch wenn nicht in jedem Beitrag erneut darauf hingewiesen wird, und stellen somit eine Anwendung des von W. Döbereiner publizierten Systems auf den individuellen Deutungsfall dar.

Im übrigen deute ich zwar im kleinen Kreis viel, halte hier aber nur ganz sporadisch Gedanken schriftlich fest, wenn mir gerade danach zumute ist und ich Zeit dafür finde.

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FORMALE ANMERKUNGEN ZU DEN DEUTUNGEN:

Die Deutungen erfolgen zwecks Übersichtlichkeit zumeist entlang der Struktur der Verbunddeutung.

Aspekte:
grundsätzlich Konjunktion, Opposition, Quadrat und Spiegelpunkte inklusive ihrer Konjunktionen, Oppositionen und Quadrate

Ich verwende aus der Erfahrung ihrer Wirksamkeit oft auch „Übertragungsaspekte“ oder „Übersetzungsaspekte“. Das bedeutet, wenn Planet A einen Aspekt zu Planet C hat, und Planet B einen Aspekt zu Planet C hat, dann haben auch A und B einen Aspekt zueinander.

Planetenabkürzungen:
wie z.B. Sa-Ne für Saturn-Neptun erklären sich selbst.
Mk = Mondknoten

Kurzformen:
beispielsweise
„in 1“ = „im 1.Haus“
„H2 in 8“ = „Herrscher des 2.Hauses im 8.Haus“

röm.Ziffern I-IV:
bezeichnen die Quadranten des Horoskops:

I. Quadrant: Häuser 1,2 und 3
II. Quadrant: Häuser 4,5 und 6
III. Quadrant: Häuser 7,8 und 9
IV. Quadrant: Häuser 10,11 und 12

Respektives gilt für den Verbund,
der praktisch das Zeichenkorrelat zum Häuserquadranten ist:

Verbund Widder-Stier-Zwilling analog zum I. Quadranten,
Verbund Krebs-Löwe-Jungfrau analog zum II. Quadranten,
Verbund Fische-Wassermann-Steinbock analog zum IV. Quadranten,
Verbund Schütze-Skorpion-Waage analog zum III. Quadranten.

(Wem jetzt auffällt, daß die beiden letzten in abweichender Reihenfolge genannt wurden, ist aufmerksam und hat Recht. Dieser Wechsel der Gangart hängt mit der inhaltlichen Deutung entsprechend Fügungs- und Phänomensrichtung zusammen.)